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Spielkarten aus Plastik oder aus Papier - was ist besser?

Wer die Wahl hat, hat die Qual... und wer zwischen Papierkarten und Plastikkarten schwankt, der hat diesen aufschlussreichen Leitfaden:

Sowohl in der Zauberei als auch beim Kartenspielen haben beide Varianten jeweils Vor- und Nachteile - wichtig ist immer die Frage nach den gewünschten Einsatzbereich.

Was zunächst auf den ersten Blick auffällt ist, dass Plastikkarten bzw. Kunststoffkarten im Gegensatz zu Papierkarten kein Oberflächenfinish besitzen. Dies bedeutet, dass eine Kunststoffkarte durch und durch aus Plastik besteht und weder lackiert noch irgendwie beschichtet ist. Für den Kartenkünstler kann dies vor allem dann ein großer Nachteil sein, wenn die Spielkarten für Cardistry also für Ziertechniken wie Kartenfächer und Kartenbänder eingesetzt werden sollen. Ein sauberes, gleichmäßiges Auffächern oder Ausbreiten ist mit Plastikkarten aufgrund des fehlenden Oberflächenfinishes nicht so einfach möglich. Zwar haben bei weitem auch nicht alle Papierkarten ein gutes Oberflächenfinish, wenn man jedoch auf den Marktführer in Sachen Zauberkarten baut und die Bicycle 808 Karten verwendet ist man was das Oberflächenfinish betrifft ideal gerüstet.

Bei schnellen Riffelmischtechniken sind jedoch die Kunststoffkarten klar im Vorteil, denn hierbei kommt es weniger auf das Oberflächenfinish sondern mehr auf die Spannung und Elastizität der Karten an - in beidem kann eine Papierkarte nicht annähernd mit einer Plastikkarte mithalten. Wenn man Plastikkarten zum allerersten mal ineinander riffelt, so bemerkt man neben dem angenehm surrenden Geräusch auch sofort, mit was für einer Geschwindigkeit diese Karten nahezu selbstständig ineinander springen. 

Hinsichtlich Verschleiß können ebenfalls die Plastikkarten punkten, denn bei normaler Anwendung gibt es praktisch keinen Verschleiß. Die Plastikkarten können also bei sachgemäßer Handhabung nahezu unendlich lange verwendet werden. Bei Spielkarten aus Papier ist das anders, denn diese greifen sich mit der Zeit ab und verfärben sich. Außerdem franst das Papier u.A. bei Riffelmisch-Techniken nach einiger Zeit aus.

Unter Kartenspielern werden Plastikkarten gerne und häufig verwendet. Einer der Gründe hierfür ist, dass man die Plastikkarten nicht so einfach zinken kann. Falschspieler drücken manchmal mit dem Fingernagel einen kleinen Knick (Crimp) in die Ecke einer Karte um diese dann in den darauf folgenden Spielrunden bei den Mitspielern wieder erkennen zu können. Eine Papierkarte ist auf diese Weise recht einfach zu markieren, eine Plastikkarte hingegen ist aufgrund der hohen Elastizität sehr widerstandsfähig... um einen Knick in eine Kunststoffkarte zu drücken, wäre schon ein erheblicher Kraftaufwand erforderlich. Eine Plastikkarte nebenher ganz unauffällig zu markieren, dürfte daher für den durchschnittlichen Möchtegern-Falschspieler nicht so ohne weiteres möglich sein.

Im Bereich der Kartenzauberei zählen indes andere Dinge. Viele Zaubertricks basieren darauf, dass eine Spielkarte beschriftet, unterschrieben oder zerrissen wird - all das ist nur mit einer Papier-Karte möglich, denn Kunststoffkarten nehmen keine Farbe auf wodurch die frische Schrift verwischt. Das Zerreißen ist bei Kunststoff generell nicht möglich.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der Preis. Wo man richtig gute Papierkarten zum Teil schon für wenige Euro bekommt, muss man für ein Päckchen Plastikkarten manchmal sogar über 10 Euro auf den Tisch legen.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass sowohl Spielkarten aus Papier als auch Plastikkarten eine Daseinsberechtigung haben und je nach Einsatzgebiet ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.